Nachuntersuchungen

Nach meiner OP im Januar, war ich zwar regelmäßig bei meiner Frauenärztin und beim Hausarzt, aber jetzt war ich noch mal beim Onkologen und der hat mit Ultraschall meinen Bauchraum untersucht, mit einem guten Ergebnis, dass er nichts Negatives gefunden hat. Weitere Untersuchungen waren am Montag, den 17.09.18 noch röntgen der Lunge und eine Mammografie, sowie Ultraschall der Brust, mit dem Befund, dass alles in Ordnung ist. Was eine Erleichterung.

Es wurde ärztlich angeraten, dass ich demnächst eine Messung der Knochendichte und eine Darmspiegelung machen sollte. Damit hätte ich dann für das nächste halbe Jahr alle Untersuchungen hinter mir.

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Es ist noch lange nicht vorbei

Gestern schrieb ich über Fatigue, heute spreche ich von meinen Nebenwirkungen und den immer noch anhaltende Brustschmerzen.

Meine linke Brust fühlt sich oft richtig heiß an, gegenüber der rechten. Es scheint so, als wenn ich die Strahlungen jetzt nach außen abgebe. Außerdem schmerzt die Brust und auch der linke Arm 8 Monaten nach der OP immer noch. Und die Nebenwirkungen der Bestrahlung und der Antihormontablette machen mir den Alltag auch nicht leichter.

Mein Darm ist nicht mehr der, der er mal war. Die häufigen Durchfälle – oft wie Wasser – sind nicht angenehm und bereiten Probleme, wenn ich die Wohnung verlasse. Dann muss ich hin und wieder eine Tablette gegen den Durchfall nehmen und habe danach wieder Schwierigkeiten mit dem Stuhlgang.

Zu meiner Arthrose kommen nun auch noch Gelenkschmerzen dazu, die sehr unangenehm sind. Dann habe ich vermehrt geschwollene Beine und eine Schwere darin, dass ich nicht weiß, wie ich ein Bein vor das andere setze.

Schweißausbrüche und Hitzewallungen sind nun auch meine täglichen Begleiter, die mich fertig machen, ganz besonders jetzt im Sommer, wo es draußen heiß und schwül ist.

Leute, dass ist nicht lustig kann ich euch sagen und geht ganz schön an die Substanz. Seit ca. 4 Wochen habe ich zusätzlich extreme Beschwerden im linken Bein. Mal ist es die Hüfte, mal das Knie oder beides gleichzeitig, die heftig schmerzen und mich in der Beweglichkeit einschränken.

Zurzeit hänge ich etwas durch, all die ganzen Beschwerden, Nebenwirkungen und der extrem heiße Sommer machen mich echt fertig!

Fatigue

Schon mal was von Fatigue gehört?

Nun das Wort Fatigue – ausgesprochen wird es „Fatieg“ – bezeichnet eine chronische Erschöpfung und Müdigkeit bei Krebs. Fatigue umfasst aber weit mehr als nur Müdigkeit. Bevor ich das jetzt alles erkläre, schaut einfach hier nach. Vorab hier schon mal die möglichen Symptome von Fatique:

  • Müdigkeit
  • Lustlosigkeit
  • Schwäche
  • Verlust der körperlichen Belastbarkeit
  • Entfremdung von Familie und Freunden
  • Motivationsverlust, Antriebslosigkeit, Energieverlust
  • Desinteresse
  • Schlafstörungen
  • Traurigkeit
  • Frust
  • Reizbarkeit
  • Seelische Erschöpfung
  • Angst um die Zukunft
  • Angst vor dem Tod
  • Konzentrationsstörungen
  • Schläfrigkeit, verlangsamtes Denkvermögen

Und genau einige der Symptome verspüre ich noch immer nach der OP und der Strahlenbehandlung. Fatigue kann eventuell Jahre andauern und macht für mich das Leben im Moment etwas schwierig. Vieles ist für mich eine Last und ich kann mich schwer für irgendetwas aufraffen.

Jetzt kommt noch der heiße Sommer dazu und meine ganzen Nebenwirkungen machen es dabei auch nicht leichter. Aber dazu morgen mehr.

Im Heft der Deutschen Krebshilfe lese ich unter der Ruprik „Auswirkungen auf das soziale Umfeld“, das sich Freunde in dieser Krise bewähren oder sich zurück ziehen. Was ich auch feststellen musste. Viele meiner Freunde und Bekannten haben sich rar gemacht, bzw. sind ganz aus meinem Leben verschwunden. Das war schon eine herbe Enttäuschung, die mir zu allem anderen arg zugesetzt hat.

Mein Schatz meinte einmal zu mir: „Wenn man keine Freunde hat, wird man auch nicht enttäuscht.“ Und genau so ist es auch!

Natürlich versuche ich mein Leben in den Griff zu bekommen, aber es fällt mir nicht leicht und kostet mich oft viel Kraft. Wie gut, dass ich an meiner Seite so einen verständnisvollen Partner habe, der mir bei allem zur Seite steht. Darüber bin ich sehr froh!

Die Sonnenblick Klinik

Ich war ja schon in vielen Kur-, bzw. Reha-Kliniken im Laufe meines Lebens, aber diese Klinik hat mir besonders gut gefallen. Ich will gar nicht so viel darüber schreiben, denn viele Fotos sprechen für sich.

Ich fange mal im Eingangsbereich und der Cafeteria an.

Als nächstes zeige ich euch den Speisesaal, in dem es keine feste Sitzordnung gab. Hier konnte man zu jeder Mahlzeit wo anders sitzen, gerade wie es einem gefiel.

Weiter geht es zu den ersten Therapieräumen im Erdgeschoss, wo sich auch das Schwimmbad und die Kreativwerkstatt befinden.

Im 1. Stock befindet sich der Pflegedienst, die Ärztezimmer, Labor, Aufenthaltsraum mit Spieltischen, die Muckibude und der Vortragssaal.

Vom 2. bis zum 4. Stock befinden sich die Patientenzimmer. Ich hatte das Glück im 4. Stock zu wohnen, von wo ich eine schöne Aussicht hatte.

XXX

Hurra, Hurra, ich habe es geschafft. 28 Tage Bestrahlung habe ich nun hinter mir. Die Haut ist gerötet, bzw. verbrand, alles spannt, juckt und schmerzt, aber jetzt kann ich sie pflegen, meine Wunden.

Beim Abschlussgespräch machte mich der Arzt noch aufmerksam, dass in 2-6 Monaten sich noch eine Vernarbung der Lunge bemerkbar machen könnte. Anzeichen dafür wären trockener Husten, leichte Temperatur und Atemnot. Sollte so etwas auftreten, dann müsste die Lunge geröntgt oder eventuell so gar CT gemacht werden.

Ansonsten bräuchte ich erst wieder in einem Jahr zur Nachuntersuchung vorbei schauen. Regelmäßige Kontrollen alle drei Monate bei der Frauenärztin sind vorgesehen und weiterhin die Einnahme der Antihormontablette.

Jetzt einfach nur positiv in die Zukunft schauen und mit Freude leben.

Hin und Her

Als ich im Januar im Krankenhaus lag, da hatte ich nur die Ärzte dort und alles war in Ordnung. Seit ich aber aus dem Krankenhaus heraus bin, turne ich zwischen Frauenärztin, Hausarzt und Strahlenklinik hin und her.

Der Hausarzt empfahl mir ein Aufbaupräparat, was ich während der Strahlenbehandlung nehmen sollte. Die Ärztin in der Strahlenklinik war der Meinung, dass ich dies bitte nicht nehmen sollte, da darin Vitamin C enthalten sei und das wäre bei der Behandlung nicht so gut. Überhaupt dürfte ich nicht auch nicht so viele Zitrusfrüchte und Säfte zu mir nehmen.

Als ich die Nesselsucht hatte, da bekam ich 4 Kortisontabletten von meinem Hausarzt mit dem Hinweis, ich sollte in der Strahlenklinik abklären, ob ich die nehmen kann. Der junge Arzt, den ich dort fragte, meinte, ja könnte ich nehmen aber warum ich denn meine Blutdruckmedikamente ändern möchte.

Hallo, Kortison gleich Blutdrucksenker? Bin ich im falschen Film oder was? Dieser Arzt hatte ja überhaupt keine Ahnung.

Ach ja und dann gab es da noch weitere Verwirrungen. Die Ärztin aus der Strahlenklinik sagte ich könnte während der Bestrahlung ruhig duschen und auch einen BH tragen. Die Damen bei der Bestrahlung waren aber der Meinung ich dürfte nicht duschen und auch keinen BH tragen, damit die Kriegsbemalung nicht verwischt. Okay, das hat sich dann alles irgendwie in Luft aufgelöst, natürlich darf ich duschen, nur keine Seife verwenden. BH kann ich auch tragen, also alles kein Problem.

Eine andere Ärztin in der Strahlenklinik erklärte mir vor 14 Tagen, ich dürfte nur eine leichte Bepanthen Lotion für die bestrahlte Haut verwenden, bloß keine Salben oder Creme die sich in die Haut einbrennen könnte. Am Dienstag war sie auf einmal der Meinung, ich könnte ruhig eine Salbe verwenden. Also mal hü und mal hott.

Da hat man so sein Päckchen zu tragen, es ist nicht einfach, wenn man nicht weiß wo man dran ist, wenn der eine dies und der andere das sagt.

Schwere Last

Gelitten

Ich war nicht nur schreibfaul, ich bin jetzt auf den letzten Tage der Bestrahlung ganz schön am kämpfen. Meine Haut hat sich am Schlüsselbein total gerötet, sieht aus wie ein Sonnenbrand 2. Grades. Kleine Bläschen, bzw. Pusteln haben sich gebildet. Die Haut spannt und brennt und das ist verdammt unangenehm. Seit Sonntag hat sich noch die Haut in der Achselhöhle entzündet. Die gerötete Stelle unter der Achsel und am Hals darf ich nur mit einer kühlenden Lotion pflegen, solange die Bestrahlung noch andauert. Die jetzt kommenden vier Tage werden echt hart, denn die Strahlendosis wird täglich erhöht. Aber dann habe ich hoffentlich das schlimmste überstanden.

Gerötete Haut

Brandmal

Schreibfaul

Bin zurzeit schreibfaul, aber das muss ich heute noch zum Besten bringen.

Nach fast 4 Wochen, dachte ich heute Morgen, ich höre nicht richtig und haben noch mal nachgefragt, aber es blieb dabei. So was Bescheuertes habe ich in der ganzen Zeit nicht gehört. Sagt doch die Dame von der Bestrahlung, wortwörtlich zu mir: „Heute dürfen sie noch duschen, spätestens morgen Vormittag vor der Bestrahlung, dann auf keinen Fall mehr übers Wochenende.“

Stutz! Was soll das denn?

Die spinnt wohl. Ich mach dass so wie ich es die ganze Zeit über gehalten habe und dusche am Sonntag.

Die soll mich morgen noch mal einzeichnen, dann hält die Kriegsbemalung allemal.

Täglich, außer am Wochenende

Seit 3 Wochen fahre ich täglich von Montag bis Freitag von Langen nach Darmstadt in die Strahlenklinik. Täglich bekomme ich vor Ort den nächsten Termin genannt. Meistens ist es aber so gegen 10:20 Uhr.

Auf das Taxiunternehmen war bisher immer Verlass pünktlich auf die Minute steht der Wagen vor der Türe. Und dann komme ich hier an, ziehe meine Karte durch und schwuppdiwupp werde ich auch schon aufgerufen.

Vor einigen Tagen war ein Gerät ausgefallen und daher war der Wartebereich total leer, was mich veranlasste diese Fotos zu machen. Ansonsten ist hier immer eine Menge los.

Strahlenbereich2, Flur und WartebereichDer WartebereichStrahlenbereich1

Die eigentliche Prozedur der Bestrahlung unter diesem Gerät dauert in der Regel so ca. 10 Min. Dazu muss ich mich seitlich in diese blaue Schale legen, die Arme weit nach hinten wegstrecken und die beiden Damen justieren mich so, dass die Kriegsbemalung – hier auch mal die Sicht auf die große Narbe – mit dem Gerät übereinstimmen. Erst dann kann es los gehen.

Das Röntgengerät

Angepasste Schale

Kriegsbemalung

Narbe

Ab heute habe ich noch 3 weitere Wochen vor mir, die aber sicherlich genauso schnell rum gehen, wie die vergangenen Wochen.

Nebenwirkungen

Wo fange ich da bloß an, ist gar nicht so einfach. Also es ging mir in den letzten Tagen ja nicht gut und das lag an den Nebenwirkungen, die sich wie eine Kette ziehen.

Von der Antihormontablette bekam ich Durchfall, zusätzlich haben jetzt wieder die Hitzewallungen eingesetzt und Gelenkschmerzen verspüre ich hin und wieder, die jetzt nicht von der Arthrose kommen. Wegen dem Durchfall bekam ich von meinem Hausarzt ein Mittel verschrieben – was ich hier nicht nennen möchte – das die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen sollte. Nur hat das eine recht heftige Reaktion ausgelöst, die mich 2 Nächte um den Schlaf gebracht haben und zwar habe ich eine Nesselsucht vom aller feinsten bekommen. Ich hätte mir die Haut am ganzen Körper abziehen können, so hat das gejuckt. Es war echt ätzend.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Daraufhin habe ich für 4 Tage ein Medikament mit Kortison erhalten, was jetzt schon Milderung gebracht hat. Außerdem habe ich mir aus der Apotheke noch Tropfen besorgt, die auch den Juckreiz unterbinden.

Die Nebenwirkungen von der Strahlentherapie sind Schlappheit, Müdigkeit und leicht gerötete Haut, als wenn ich einen Sonnenbrand hätte.

Nun hoffe ich inständig, dass nicht noch mehr Nebenwirkungen dazu kommen, die Nesselsucht in den nächsten Tagen der Vergangenheit angehört und sich mit der neuen Antihormontablette, die ich mit Absprache der Frauenärztin jetzt nehme, auch die Darmflora wieder in die Spur kommt.