XXX

Hurra, Hurra, ich habe es geschafft. 28 Tage Bestrahlung habe ich nun hinter mir. Die Haut ist gerötet, bzw. verbrand, alles spannt, juckt und schmerzt, aber jetzt kann ich sie pflegen, meine Wunden.

Beim Abschlussgespräch machte mich der Arzt noch aufmerksam, dass in 2-6 Monaten sich noch eine Vernarbung der Lunge bemerkbar machen könnte. Anzeichen dafür wären trockener Husten, leichte Temperatur und Atemnot. Sollte so etwas auftreten, dann müsste die Lunge geröntgt oder eventuell so gar CT gemacht werden.

Ansonsten bräuchte ich erst wieder in einem Jahr zur Nachuntersuchung vorbei schauen. Regelmäßige Kontrollen alle drei Monate bei der Frauenärztin sind vorgesehen und weiterhin die Einnahme der Antihormontablette.

Jetzt einfach nur positiv in die Zukunft schauen und mit Freude leben.

Advertisements

Hin und Her

Als ich im Januar im Krankenhaus lag, da hatte ich nur die Ärzte dort und alles war in Ordnung. Seit ich aber aus dem Krankenhaus heraus bin, turne ich zwischen Frauenärztin, Hausarzt und Strahlenklinik hin und her.

Der Hausarzt empfahl mir ein Aufbaupräparat, was ich während der Strahlenbehandlung nehmen sollte. Die Ärztin in der Strahlenklinik war der Meinung, dass ich dies bitte nicht nehmen sollte, da darin Vitamin C enthalten sei und das wäre bei der Behandlung nicht so gut. Überhaupt dürfte ich nicht auch nicht so viele Zitrusfrüchte und Säfte zu mir nehmen.

Als ich die Nesselsucht hatte, da bekam ich 4 Kortisontabletten von meinem Hausarzt mit dem Hinweis, ich sollte in der Strahlenklinik abklären, ob ich die nehmen kann. Der junge Arzt, den ich dort fragte, meinte, ja könnte ich nehmen aber warum ich denn meine Blutdruckmedikamente ändern möchte.

Hallo, Kortison gleich Blutdrucksenker? Bin ich im falschen Film oder was? Dieser Arzt hatte ja überhaupt keine Ahnung.

Ach ja und dann gab es da noch weitere Verwirrungen. Die Ärztin aus der Strahlenklinik sagte ich könnte während der Bestrahlung ruhig duschen und auch einen BH tragen. Die Damen bei der Bestrahlung waren aber der Meinung ich dürfte nicht duschen und auch keinen BH tragen, damit die Kriegsbemalung nicht verwischt. Okay, das hat sich dann alles irgendwie in Luft aufgelöst, natürlich darf ich duschen, nur keine Seife verwenden. BH kann ich auch tragen, also alles kein Problem.

Eine andere Ärztin in der Strahlenklinik erklärte mir vor 14 Tagen, ich dürfte nur eine leichte Bepanthen Lotion für die bestrahlte Haut verwenden, bloß keine Salben oder Creme die sich in die Haut einbrennen könnte. Am Dienstag war sie auf einmal der Meinung, ich könnte ruhig eine Salbe verwenden. Also mal hü und mal hott.

Da hat man so sein Päckchen zu tragen, es ist nicht einfach, wenn man nicht weiß wo man dran ist, wenn der eine dies und der andere das sagt.

Schwere Last

Gelitten

Ich war nicht nur schreibfaul, ich bin jetzt auf den letzten Tage der Bestrahlung ganz schön am kämpfen. Meine Haut hat sich am Schlüsselbein total gerötet, sieht aus wie ein Sonnenbrand 2. Grades. Kleine Bläschen, bzw. Pusteln haben sich gebildet. Die Haut spannt und brennt und das ist verdammt unangenehm. Seit Sonntag hat sich noch die Haut in der Achselhöhle entzündet. Die gerötete Stelle unter der Achsel und am Hals darf ich nur mit einer kühlenden Lotion pflegen, solange die Bestrahlung noch andauert. Die jetzt kommenden vier Tage werden echt hart, denn die Strahlendosis wird täglich erhöht. Aber dann habe ich hoffentlich das schlimmste überstanden.

Gerötete Haut

Brandmal

Schreibfaul

Bin zurzeit schreibfaul, aber das muss ich heute noch zum Besten bringen.

Nach fast 4 Wochen, dachte ich heute Morgen, ich höre nicht richtig und haben noch mal nachgefragt, aber es blieb dabei. So was Bescheuertes habe ich in der ganzen Zeit nicht gehört. Sagt doch die Dame von der Bestrahlung, wortwörtlich zu mir: „Heute dürfen sie noch duschen, spätestens morgen Vormittag vor der Bestrahlung, dann auf keinen Fall mehr übers Wochenende.“

Stutz! Was soll das denn?

Die spinnt wohl. Ich mach dass so wie ich es die ganze Zeit über gehalten habe und dusche am Sonntag.

Die soll mich morgen noch mal einzeichnen, dann hält die Kriegsbemalung allemal.

Täglich, außer am Wochenende

Seit 3 Wochen fahre ich täglich von Montag bis Freitag von Langen nach Darmstadt in die Strahlenklinik. Täglich bekomme ich vor Ort den nächsten Termin genannt. Meistens ist es aber so gegen 10:20 Uhr.

Auf das Taxiunternehmen war bisher immer Verlass pünktlich auf die Minute steht der Wagen vor der Türe. Und dann komme ich hier an, ziehe meine Karte durch und schwuppdiwupp werde ich auch schon aufgerufen.

Vor einigen Tagen war ein Gerät ausgefallen und daher war der Wartebereich total leer, was mich veranlasste diese Fotos zu machen. Ansonsten ist hier immer eine Menge los.

Strahlenbereich2, Flur und WartebereichDer WartebereichStrahlenbereich1

Die eigentliche Prozedur der Bestrahlung unter diesem Gerät dauert in der Regel so ca. 10 Min. Dazu muss ich mich seitlich in diese blaue Schale legen, die Arme weit nach hinten wegstrecken und die beiden Damen justieren mich so, dass die Kriegsbemalung – hier auch mal die Sicht auf die große Narbe – mit dem Gerät übereinstimmen. Erst dann kann es los gehen.

Das Röntgengerät

Angepasste Schale

Kriegsbemalung

Narbe

Ab heute habe ich noch 3 weitere Wochen vor mir, die aber sicherlich genauso schnell rum gehen, wie die vergangenen Wochen.

Nebenwirkungen

Wo fange ich da bloß an, ist gar nicht so einfach. Also es ging mir in den letzten Tagen ja nicht gut und das lag an den Nebenwirkungen, die sich wie eine Kette ziehen.

Von der Antihormontablette bekam ich Durchfall, zusätzlich haben jetzt wieder die Hitzewallungen eingesetzt und Gelenkschmerzen verspüre ich hin und wieder, die jetzt nicht von der Arthrose kommen. Wegen dem Durchfall bekam ich von meinem Hausarzt ein Mittel verschrieben – was ich hier nicht nennen möchte – das die Darmflora wieder ins Gleichgewicht bringen sollte. Nur hat das eine recht heftige Reaktion ausgelöst, die mich 2 Nächte um den Schlaf gebracht haben und zwar habe ich eine Nesselsucht vom aller feinsten bekommen. Ich hätte mir die Haut am ganzen Körper abziehen können, so hat das gejuckt. Es war echt ätzend.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Daraufhin habe ich für 4 Tage ein Medikament mit Kortison erhalten, was jetzt schon Milderung gebracht hat. Außerdem habe ich mir aus der Apotheke noch Tropfen besorgt, die auch den Juckreiz unterbinden.

Die Nebenwirkungen von der Strahlentherapie sind Schlappheit, Müdigkeit und leicht gerötete Haut, als wenn ich einen Sonnenbrand hätte.

Nun hoffe ich inständig, dass nicht noch mehr Nebenwirkungen dazu kommen, die Nesselsucht in den nächsten Tagen der Vergangenheit angehört und sich mit der neuen Antihormontablette, die ich mit Absprache der Frauenärztin jetzt nehme, auch die Darmflora wieder in die Spur kommt.

Aufklärungen über die weiteren Behandlungen

Bei der Gynäkologin bekam ich die Antihormontablette, doch vorab auch die Aufklärung über alle Nebenwirkungen.

Nicht so toll, da kann so einiges passieren, wie Erbrechen, Übelkeit, Durchfälle, Muskelkrämpfe, Kopf- und Gliederschmerzen, Arthritis usw. Außerdem kann es zu Osteoporose führen.

Infoheft u. Medikament

Die Aufklärung zur Strahlentherapie in Darmstadt hört sich auch nicht rosig an. Angefangen bei Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Rötungen und Entzündungen der Haut, Schluckbeschwerden, entzündliche Veränderungen der Lunge und der Bronchien, Herzrhythmusstörungen, Abfall der weißen Blutkörperchen, Haut- Gewebe- Nervenschäden. Dazu gehören dann auch noch die Spätfolgen, die auftreten könnten, wie Verhärtungen und bleibende Schmerzempfindlichkeit usw.

Da ich die Chemo abgelehnt habe, kann und muss ich durch diese beiden Therapien durch und hoffen, dass die Nebenwirkungen an mir vorüber gehen.

Das pathologische Ergebnis

Das war natürlich niederschmetternd. Es wurde mir nicht nur der Knoten großflächig aus der Brust entfernt, sondern auch noch die gesamten Lymphen aus der linken Achselhöhle.

Davon war der Knoten bösartig und 6 von 33 Lymphen waren befallen und schon ausgefranst gewesen. Die Ärzte rieten mir nun zum vollen Programm, Chemo, Strahlen- und Antihormontherapie.

Ich bekam einen Termin beim Onkologen im Ärztehaus nebenan, der mich über die Chemotherapie aufklärte. Danach habe ich für mich persönlich aus dem Bauch heraus entschieden, keine Chemo zu machen.

Denn selbst mit dem vollen Programm kann mir keiner der Ärzte die Garantie geben, dass der Krebs nicht wiederkommt. Anders herum, mit Strahlen- und Antihormontherapie kann alles gut werden, ist zwar grenzwertig aber nicht ausgeschlossen. Mit positiver Einstellung, gesunder Ernährung und ein bisschen mehr Bewegung, werde ich noch lange auf dieser Welt unterwegs sein.

Weitere Erfahrungen aus dem Krankenhaus

Als erstes muss ich hier noch erwähnen, dass ich bei den OP-Voruntersuchungen etwas vergessen hatte. Bevor ich noch das Knochenszintigramm bekam, hatte ich noch eine andere Untersuchung, die etwas Schwierigkeiten bereitet hatte, da dies erst im dritten Anlauf klappte. Ich bekam ein radioaktives Mittel gespritzt und es wurde ein Wächterlymphknoten-Szintigramm gemacht. Die Wächterknoten können durch Markierungen operativ und gezielt entfernt werden.

Die OP am 05.01.18 verlief problemlos. Das OP-Team fand ich echt gut, sie haben mir die Angst genommen, in dem sie mich mit allen Möglichen abgelenkt haben, während sie an mir die Vorbereitungen für die OP machten.

Auch die Ärzte, mit denen ich während meines Krankenhausaufenthaltes zu tun hatte – vor, während und nach der OP – waren alle samt sehr kompetent, einfühlsam und immer bemüht mir alles genau zu erklären.

Das Pflegepersonal auf der Gynäkologie war im Großen und Ganzen Zufriedenstellend. Es gab da ein paar Giftzwerge, aber wo gibt es die nicht. Ansonsten waren alle sehr freundlich, zuvorkommend und manche so lieb und hilfsbereit, dass man seine wahre Freude hatte.

Mein Herzkissen

Auch die Ärzte und Assistenten/innen bei den Vorsorgeuntersuchungen waren sehr gut geschult um mir die Ängste zu nehmen, es wurde mir alles sehr gut erklärt und sehr behutsam mit mir umgegangen.

In der Sozialberatung wurde ich darüber aufgeklärt, dass mir nach dem Klinikaufenthalt eine Haushaltshilfe zusteht und diese wurde auch direkt beantragt.

Das Klinikessen war – von einigen Dingen abgesehen – einigermaßen genießbar. Frühstück war echt okay. Mittagessen – wenn man auch das bekam, was man bestellt hatte – war, wenn man von den Geschmacksverstärkern und dem recht stark gewürztem Speisen absieht, gerade so essbar. Das Abendessen war meist fad und immer die gleiche Wurst und Käse, so dass es einem schon nach wenigen Tagen zum Hals heraushing.

Zwänge – so wie es früher mal in Krankenhäusern war – feste Besuchzeiten, Visite immer zur gleichen Zeit und Wecken um 06:00 Uhr – gab es nicht. Es war alles doch sehr locker und wenn das Klinikum nicht schon seit Jahren eine ewige Baustelle, die Aufzüge – 4 an der Zahl – nicht ständig außer Betrieb gewesen und so manches nicht gerade im Umbau gewesen wäre und das Cafe-Bike öfter und länger aufgehabt hätte, wäre mein Klinikaufenthalt die reinste Oase gewesen.

Teilausschnitt vom Krankenhaus

Wahre Freunde

Jawohl, wahre Freunde machen sich in der Not bemerkbar oder auch nicht.

Erwartungshaltung darf man echt nicht haben, wenn man krank und im Krankenhaus ist. Da wird man nur enttäuscht, dass musste ich jetzt schmerzlich erfahren, denn viele meiner Freunde haben sich kaum oder gar nicht bei mir gemeldet.

Diese Erfahrungen habe ich tatsächlich machen müssen.

Es waren nur sehr wenige, die während des Krankenhausaufenthaltes für mich da waren. Die Besucher konnte ich an einer Hand abzählen. Von 5 weiteren Personen bekam ich eine Genesungskarte per Post und von 2 Leuten ein Päckchen geschickt.

Die Genesungskarten

In einem Päckchen war dieses Büchlein mit Genesungssprüchen, aber auch noch ein Krimi. In dem anderen Päckchen war ein schöner Kalender und selbst gebastelte Karten mit den passenden Umschläge, die schon frankiert waren, so das ich die Karten gleich verschicken konnte.

Ich hatte mein Handy dabei, trotzdem wurde ich kaum angerufen, obwohl fast jeder meine Handynummer hatte. Die wenigen Anrufe, die kamen hauptsächlich von den lieben Menschen, die mich auch besucht hatten. Ein paar SMS trudelten noch ein, ansonsten Sendepause.

Und manche haben mich einfach vergessen. Das war Enttäuschung pur !!!

Dafür gab es wiederum Menschen, die mich persönlich gar nicht kennen, bzw. die ich nur ein einziges Mal gesehen hatte und genau diese Leute haben sich nach mir erkundigt und Genesungsgrüße geschickt.

Zwei Herzen

In den 12 Tage im Krankenhaus, war hauptsächlich mein Schatz meine moralische Unterstützung und auf den ich mich täglich freuen konnte.