Zimmerwechsel im Krankenhaus

Die Empfehlung meiner Frauenärztin war das Brustzentrum in Langen in der Asklepios Klinik. Darunter hatte ich mir eine neue Abteilung vorgestellt, wo nur Brustkrebspatienten liegen, doch letztendlich kam ich ganz normal auf die Gynäkologie. Zu erst kam ich ins Zimmer 232 dort standen 3 Betten. Davon war erst eins belegt, mit mir dann das zweite. Noch am selben Tag 04.01.18 wurde ich in Zimmer 231 ein Zweibettzimmer verlegt. Nachdem meine Bettnachbarin am nächsten Tag – mein OP-Tag – entlassen wurde, hatte ich für 2 Tage das Zimmer ganz für mich alleine. Dann wurde ich erneut verlegt auf Zimmer 236 wiederum ein Zweibettzimmer. Dort lag eine ältere Dame, mit der ich mich sehr gut verstanden hatte. Diese wurde aber nach 2 Tagen in eine andere Abteilung verlegt und ich hatte wiederum für knapp 2 Tage das Zimmer für mich alleine. Dann bekam ich für eine Nacht und einen halben Tag eine neue Bettnachbarin und schon war ich wieder alleine. Einen Tag bevor ich dann nach Hause entlassen wurde bekam ich erneut eine Bettnachbarin, die mir gehörig auf den Nerv ging.

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Wundheilung

Solange ich im Krankenhaus war, hatte ich kaum Beschwerden mit der recht großen Narbe – von der Brustwarze bis in die Achsel, – obwohl ich nur die ersten beiden Tage nach der OP Schmerzmittel genommen hatte. Seit ich daheim bin (16.01.18) macht sich die Wunde oft sehr schmerzhaft bemerkbar.

Am Anfang kam der Schmerz ganz plötzlich und unerwartet heftig. Ich nehme an, so muss es sich anfühlen, wenn man mit einem Messer attackiert  wird. Der enge BH tut sein übriges, denn er liegt straff auf der Narbe, was aber sein muss. Nur langsam, Tag für Tag wird es besser. Nur Nervenschmerzen im linken Arm – hauptsächlich am Handgelenk und in der Armbeuge – sind weiterhin präsent.

Auch funktioniert es noch nicht so recht, den Arm gerade nach oben zu strecken, aber dafür bekomme ich Krankengymnastik, obwohl mir danach meistens der Arm erst so richtig weh tut. Doch da hilft kein Jammern und Klagen, da muss ich durch.

Krebs ist nicht gleich Krebs

Jeder Mensch hat Krebszellen in sich, aber nicht jeder bekommt Krebs.

Es gibt viele Arten von Krebs, denn Krebs ist nicht gleich Krebs. Er kann im ganzen Körper ausbrechen, denn außer Brustkrebs gibt es noch viele andere Krebserkrankungen. Selbst bei Brustkrebs kann diese Erkrankung bei jedem Menschen anders sein, deshalb ist es auch für die Forschung immer wieder eine Herausforderung. Es gibt auch keine Garantien dafür, dass der behandelte und operierte Krebs nicht mehr wiederkommt.

Wer die Diagnose bekommt fährt seelisch Achterbahn zwischen Verzweiflung und Hoffnung.

Aus meiner Erfahrung heraus, ist es sinnvoll noch vor Ort im Krankenhaus zur Sozialberatung und zum Psychologen zu gehen. Dort erfährt man Hilfe. Außerdem hoffe ich für jeden betroffenen Menschen, dass er eine starke Person neben sich hat, wie z. B. eine/n Partner/in oder einen gute/n Freund/in, die mit dem Betroffenen den Kampf aufnimmt.

Bei mir war es mein Schatz, der vom ersten Tag an, an meiner Seite gestanden hat. Das hat mir gut getan und geholfen das alles zu überstehen und auch alles weitere noch anzugehen, was da noch so auf mich zu kommt.

OP-Voruntersuchungen

Am 04.01.18 musste ich dann ins Krankenhaus zu allen Vorsorgeuntersuchungen für die anstehende OP am nächsten Tag.

Begonnen hat das ganze mit einer Drahtmarkierung. Ein feiner dünner Draht wird in die Brust zum Knoten mit Hochdruck hinein geschossen. Dies geschieht, damit operierende Arzt genau weiß, wo er schneiden muss. Auch das findet unter örtlicher Betäubung statt.

Danach musste ich zur Mammografie, um zu sehen, dass der Draht richtig liegt. Anschließend hat mich dann der operierende Arzt mit Kriegsbemalungen versehen. Schön in Grün und Schwarz. Auch dieses geschieht, damit bei der OP genau gesehen wird, wo mit dem Skalpell gearbeitet werden muss.

Weiter ging es mit einer Röntgendiagnostik des Thorax (Lunge). Die keinerlei positiven Befunde lieferten. Danach folgte noch ein Knochenszintigramm. Dabei wurde mir ein Kontrastmittel verabreicht und dann wurde das komplette Skelett geröntgt. Auch hier keine positiven Befunde. Alles im grünen Bereich.

Dann endlich waren alle Voruntersuchungen erledigt und ich konnte auf Station.

Eine Anmerkung zum Schluss. Ich erzähle hier nur von meinen eigenen persönlichen Empfindungen und Erfahrungen. Denn jeder Mensch ist – genau wie auch der Krebs – ganz unterschiedlich. Das kann man nie verallgemeinern.

Die Diagnose

Eine Woche später nach der Biopsie am 29.11.17 bekam ich dann im Brustzentrum die Diagnose.

Bösartiger Knoten in der linken Brust und in der Achsel eine befallene Lymphe.

Eine OP war angesagt und erst nach dem pathologischen Ergebnis konnte man mir sagen welche Behandlungsform bei mir in Frage kam.

Der Operationstermin wurde für den 05.01.18 festgelegt.

Biopsie

Angst und Panik bekam ich vor der Biopsie-Untersuchung, denn ich hatte vorher im Internet gelesen, dass man bei Brustkrebs eine Hohlnadel mit Hochdruck in die Brust geschossen bekommt.

Ich bin ein Mensch, der vor Nadeln, Spritzen immer die Panik bekommt und dann das. Je näher der Termin rückte wurde ich immer nervöser und daher war ich sehr froh, dass mich mein Schatz zu dieser Untersuchung begleitete.

Er hielt mir, während zwei Ärzte links von mir die Untersuchung mit Ultraschallgerät und der Nadel vornahmen, die Hand.

Aber meine Angst war vollkommen unnötig, denn ich bekam in die Brust und in die Achsel je eine Betäubungsspritze, deren Einstich ich kaum gemerkt habe. Die beiden Ärzte erklärten jeden Handgriff und machten mich darauf aufmerksam, dass ich nicht erschrecken möge, wenn ich einen Knall hören würde. Genau dieser Knall, wenn die Hohlnadel mit Hochdruck in die Brust befördert wird, ist alles! Kein Schmerz, nichts!

Ich war so erleichtert und daher kann ich mit Sicherheit sagen, man braucht davor keine Angst zu haben.

Kontrolluntersuchungen

Ich bin immer regelmäßig alle zwei Jahre zum Screening und zweimal im Jahr zur Gynäkologin gegangen. Das letzte Screening war im Oktober 2016 und mein letzter Termin bei der Gynäkologin im Frühjahr 2017.

Dann auf einmal so Ende Oktober 2017 fühlte ich einen Knoten in der linken Brust, den ich aber einige Tage später nicht mehr ertasten konnte. Als ich im November 2017 wieder einen Kontrolltermin bei der Gynäkologin hatte, machte ich sie daraufhin aufmerksam und tatsächlich ertastete sie den Knoten.

Es wurde eine Ultraschalluntersuchung gemacht, die sehr eindeutig war und worauf die Gynäkologin sofort einen Termin zur Mammografie und zu einer Biopsie veranlasste um auf Nummer sicher zu gehen.

Niemand ist vor dieser Krankheit sicher, deshalb kann ich nur empfehlen mindestens zweimal jährlich Kontrolluntersuchungen machen zu lassen. Je früher man etwas entdeckt um so größer sind die Chancen auf Heilungserfolg.

Dieses Tier!

Krebs

Ja, es ist wahr, dieses Tier hat mich nun in seinen Zangen und ich muss mit ihm leben, ob ich will oder nicht.

Deshalb habe ich speziell hierfür einen neue Rubrik angelegt: „Leben mit Krebs“.

Stück für Stück werde ich die Rubrik füllen, werde berichten von der Entdeckung bis zur Operation und über dies und das was mit der Krankheit zutun hat und wie ich damit lebe.